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Zukunft braucht Herkunft

Azubis der Georgsmarienhütte GmbH besuchen Museum Villa Stahmer

Georgsmarienhütte, 29. Januar 2010. Zum Abschluss ihrer Ausbildung stand bei 28 Auszubildenden der Georgsmarienhütte GmbH eine besondere Lehrstunde auf dem Programm: Auf Einladung des Museums Villa Stahmer erhielten die jungen Menschen einen Einblick in die Geschichte der Stadt Georgsmarienhütte und damit auch in die Vergangenheit des Stahlwerks, in dem sie die vergangenen dreieinhalb Jahre ihren Beruf erlernt haben. Unter den strengen Augen der in Öl gemalten Namensgeber von Werk und Stadt, König Georg V. und seiner Frau Marie, erfuhren die Azubis, wie die Monarchen 1856 den Export der vorhandenen Bodenschätze ins benachbarte „Ausland“ Westfalen verhindern wollten, wie Stahlschienen aus dem Werk ihren Siegeszug in der ganzen Welt antraten und warum aus den Gemeinden Georgsmarienhütte, Oesede, Harderberg, Kloster Oesede, Holsten-Mündrup und Holzhausen 1970 doch nicht „Dütenau“ sondern „Georgsmarienhütte“ wurde.

„Das Wissen über die Geschichte der Stadt in der man lebt und das Werk in dem man arbeitet halte ich für junge Menschen besonders wichtig“, erklärt Inge Becher, Leiterin des Museums Villa Stahmer. Das Museum gebe einen sehr differenzierten Einblick in die Geschichte der Stadt, aber auch in die Entwicklung eines ganzen Industriezweiges, der die Region und die Menschen, die in ihr leben, geprägt habe. „Zukunft braucht Herkunft – nur wer seine Geschichte kennt, kann auch seine Zukunft positiv gestalten“, ist die Museumsleiterin überzeugt.

„Viele Kolleginnen und Kollegen stammen aus Familien, in denen bereits Vater und Großvater auf der Hütte gearbeitet haben. Die meisten Belegschaftsmitglieder wohnen maximal zehn Kilometer vom Werksgelände entfernt“, betont Betriebsratsvorsitzender Wilfried Brandebusemeyer. Grund genug, gemeinsam einen Blick auf den Grundstein und die Historie von Stadt und Werk zu werfen. „Mit der jetzt beendeten Ausbildung haben die jungen Leute einen wichtigen Grundstein für ihre berufliche Zukunft gelegt. Hierzu gratuliere ich ganz herzlich“, so der Betriebsratsvorsitzende. Dem stimmt auch Christian Bloom, Leiter der Aus- und Weiterbildung der Georgsmarienhütte GmbH, zu: „Insbesondere das 150-jährige Jubiläum des Stahlwerks 2006 und der diesjährige 150. Geburtstag des heutigen Alt-Georgsmarienhütte war ausschlaggebend für die Reise zurück zu den Anfängen. Jetzt steht für die nun ehemaligen Auszubildenden der Blick in die Zukunft im Fokus“, erklärt der Ausbildungsleiter. Mit dieser besonderen Veranstaltung ende schließlich die Ausbildungszeit der jungen Leute, die nun als Industriemechaniker Produktion, Industriemechaniker Instandhaltung, Mechatroniker, Elektroniker, Zerspanungsmechaniker oder Werkstoffprüfer ins Berufsleben starten. Der wirtschaftlichen Situation entsprechend werden sie von der Georgsmarienhütte GmbH zunächst in ein befristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

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Werfen einen Blick in die Vergangenheit, bevor sie einen nächsten Schritt in die Zukunft machen: 28 Auszubildende der Georgsmarienhütte GmbH zusammen mit Museumsleiterin Inge Becher (vorne), Betriebsratsvorsitzendem Wilfried Brandebusemeyer (links) und Ausbildungsleiter Christian Bloom (rechts).